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10. Juli 2008

Von Bananenkisten, flimmernden Monitoren und hoch betagten Damen

Von Alexander Slonka, Ronald Pabst

NRW-Landesverstand Alexander Slonka hilft als Aktionsurlauber bei unserem Volksbegehren in Thüringen. Im der heutigen Ausgabe von "Alex on Tour" geht es um schlechte Witze, Briefesendungen und beiläufige Beobachtungen beim Zählen von Unterschriften.

Am zweiten Abend fielen mir schon um 22.00 Uhr die Augen zu; doch Fabian Reidinger aus Baden-Württemberg hat noch Energie und bastelt noch bis 1 Uhr nachts an der Thüringer Kampagnenseite.

 

Am nächsten Morgen bin ich dafür frisch und munter. Nach dem Frühstück kommt Kampagnenchef Ralf-Uwe Beck ins Büro; wir besprechen, was in den nächsten Tagen noch zu tun ist. Wo können noch Eintragungsbögen verteilt werden? Wo sollen die Aktionsurlauber sammeln? Wen kann man telefonisch noch einmal motivieren?

 

Einige Postwurfsendungen im Eisenacher Norden sind noch zu erledigen; das machen Fabian und ich direkt. Das Prinzip ist so einfach wie genial: weil es natürlich niemals genügend Unterschriftensammler geben kann, viele Menschen aber den weiten Weg zu den örtlichen Eintragungsstellen scheuen, wird ein Aktiver aus einem Wohngebiet angesprochen. Auf den Postwurfsendungen wird dann seine Adresse angegeben, so dass die eintragungswilligen Bürger aus dem jeweiligen Gebiet ihren Eintragungsbogen nur kurz um die Ecke zum Briefkasten des Aktiven tragen müssen.

 

Auf dem Rückweg fahren Fabian und ich alle größeren Supermärkte ab, um nach leeren Bananenkisten zu fragen. Diese eignen sich am besten, um darin Pakete mit Unterschriften zu stapeln. Leider bleiben wir erfolglos; erst am Wochenende kommen neue Kisten mit Bananen. Einen blöden Witz über den Osten und nichtvorhandene Bananen muss sich mein rheinisches Schandmaul mit Mühe verkneifen… [Danke Alex! Anmerkung der Redaktion]

 

Büroleiterin Karolin starrt im Kampagnenbüro derweil unglücklich auf ihren stark flimmernden Monitor. Nach dreieinhalb Monaten an diesem minderwertigen Gerät hat sie heute morgen Ralf-Uwe schon angedroht, dass Mehr Demokratie ihr nach dem Volksbegehren wohl eine Brille kaufen muss, weil ihre Augen immer schlechter werden. Also, wer kurzfristig einen Flachbildschirm erübrigen kann, um eine junge Frau vor dem drohenden Erblinden zu retten, dessen Sachspende ist im Eisenacher Büro herzlich willkommen [Volksbegehren Mehr Demokratie - Georgenstr. 25 - 99817 Eisenach]!

 

Den gesamten restlichen Bürotag verbringe ich mit dem Sortieren von Unterschriftsbögen. Über 1.200 Unterschriften sind allein per Post ins Büro gekommen und ich muss beim Sortieren helfen. Dabei werfe ich immer mal wieder einen Blick auf das eingetragene Geburtsdatum. Zwei Eintragungen freuen mich besonders: eine junge Frau hat sich nur zwei Tage nach ihrem 18. Geburtstag eingetragen. Und eine ältere Dame mit beeindruckender Handschrift und dem stolzen Alter von 97 Jahren unterstützt ebenfalls das Thüringer Volksbegehren. Trotzdem bin ich froh, als am späten Nachmittag endlich alle Zettel an der entsprechenden Stelle im Regal verstaut sind.

Morgen geht’s zusammen mit Erwin Jentsch wieder raus zum Unterschriftensammeln. Dabei werden wir voraussichtlich den 6666. Unterzeichner aus Eisenach begrüßen, beglückwünschen und mit Blumen beschenken. In der Hoffnung, endlich ein bisschen Infostandbräune abzubekommen, freue ich mich schon auf einen Tag auf dem Aldi-Parkplatz von Eisenach.


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